Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung gilt ein werteorientierter, menschenzentrierter und vertrauenswürdiger KI-Einsatz inzwischen fast als obligatorisch. Doch was bedeutet „werteorientierter KI-Einsatz“ konkret – und wie lässt sich dieser Anspruch in der Verwaltungspraxis tatsächlich umsetzen?
Das Seminar vermittelt praxisnah, wie Behörden KI- und Digitalisierungsprojekte verantwortungsvoll und gesellschaftlich legitim gestalten können. Im Mittelpunkt stehen konkrete Herausforderungen aus der Praxis sowie Methoden, um Chancen, Risiken und Zielkonflikte bei der Konzeption und dem Einsatz von KI-Systemen systematisch zu identifizieren, einzuordnen, zu bewerten und Transparenz zu gewährleisten.
Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über zentrale wertebezogene Fragestellungen, die Operationalisierung von Werten beim KI-Einsatz, das Spannungsverhältnis zwischen legalem und legitimem Verwaltungshandeln sowie den praktischen Umgang mit Leitlinien, Checklisten und Risikoanalysen. Ergänzt wird das Seminar durch interaktive Übungen, Praxisfälle und konkrete Ansätze für Governance und werteorientiertes IT-Management in Behörden.
Zielgruppe
Digitalisierungs-, KI- und Innovationsverantwortliche
Behördenleitungen und Führungskräfte
Fachämter und Projektverantwortliche
Aufsichtsbehörden
Einrichtungen der politischen Bildung
DSB, ISB und Compliance-Beauftragte
Organisations- und Personalverantwortliche, Personalräte
Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationsabteilungen
Mitarbeitende aus Recht, IT, Strategie und Verwaltungsmodernisierung und operativen Praxis
Seminarablauf
I. Warum „Werteorientierung“ in der Verwaltung? – Strategisch, praktisch normativ
II. Werteorientierung – zwischen Recht, Selbstverpflichtung und Praxis:
a) Praxis – Herausforderungen durch KI
b) Werte im Kontext der Digitalisierung
Zentrale Werte aus Leitlinien und Stellungnahmen
Praktische Übung zur Risikoidentifizierung: „Intelligente Videoüberwachung zur Gefahrenabwehr“
c) Recht & Wertereflexion – zwischen Legalität & Legitimität
III. Operationalisierung wertebasierter KI – Selbstverpflichtende Leitlinien, Checklisten und IT-Management in der Praxis
IV. Zusammenfassung & Ausblick „Verwaltung 2040“
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Preis
299,- Euro zzgl. MwSt.
Referenten
Dr. Nikolai Horn ist Senior Policy Advisor beim Think Tank iRights.Lab und Lehrbeauftragter für Digitale Ethik an der HS-Bund. Nach dem Studium der Philosophie arbeitete er am Institut für Öffentliches Recht der Universität Bonn am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio und promovierte mit einer interdisziplinären Dissertationsarbeit zu normativen Grundlagen des Grundgesetzes. Er beschäftigt sich seit 2018 mit der Beratung oberster Bundes- und Landesbehörden zu Digital- und KI-Strategien, Datenschutz und Digitalen Ethik. Mit letzterem Thema befasst sich Horn seit über 14 Jahren haupt- und nebenberuflich – u.a. in Projekten für das Bundesfamilienministerium sowie für die Hamburger und Berliner Senatskanzleien. Von 2020 bis 2025 war er in drei Amtszeiten ehrenamtlich Co-Leiter der AG Ethik des digitalgesellschaftlichen Netzwerks Initiative D21 und ist Lehrbeauftragter für Digitale Ethik an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.