Erfahrungen austauschen und neue Lernwege nutzen in den
Führungskräfte Foren und Praxisseminaren des Behörden Spiegel


Medienrecht für die öffentliche Verwaltung
Gegenstand des Seminars

Masernausbruch an der Grundschule – Tierschützer entdecken vernachlässigte Tiere – Journalisten fordern Zutritt zu Flüchtlingsunterkünften – Feuerwehreinsatz wird durch herumlaufende Medienvertreter gestört – täglich gibt es in der öffentlichen Verwaltung neue Themenfelder, bei denen die Interessen der zuständigen Behörde und die Interessen der Medien unter einen Hut gebracht werden müssen. Behörden haben mittels guter Medienarbeit die Chance, amtliche Inhalte bewusst zu kommunizieren, eigene Schwerpunkte zu setzen, Botschaften zu transportieren und um Verständnis zu werben. Und Journalisten schätzen Amtspersonen als Themenspender, Informanten und Experten. Eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Behörden und Medien ist also für alle Beteiligten und für die Bürger ein Gewinn. In der Praxis fühlen sich Behördenmitarbeiter von Medienanfragen allerdings häufig überrumpelt. Unsicherheiten bestehen auf verschiedensten Ebenen: Was kann/darf/muss ich überhaupt sagen – wie weit reicht der Auskunftsanspruch der Medien? Muss ich mich fotografieren lassen? Muss ich ein Interview geben? Kann ich bei der äußeren Gestaltung eines Interviews mitbestimmen? Wann ist eine Verdachtsberichterstattung zulässig? Bietet das Presserecht auch einer Behörde Verteidigungsmöglichkeiten gegen unwahre Berichterstattung?

Auch die rechtlichen Aspekte beim Einsatz von Social Media sind von zentraler Bedeutung, denn das Internet ist auch für die öffentliche Verwaltung zentrales Kommunikationsmedium. Mit den Werkzeugen des Web 2.0 wie Blogs, Facebook, Youtube, Twitter & Co. stehen Wege offen, Verwaltungsleistungen im Netz zu präsentieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren. Mehr Transparenz und Bürgernähe können positive Folgen sein. Das Social Web birgt aber auch viele Risiken. Sozial-mediale Dialoge können nicht absolut kontrolliert werden und möglicherweise aus dem Ruder laufen. Rechtliche Risiken drohen durch die Verletzung des Telemedienrechts, des Datenschutzrechts, des Urheber- und des Presserechts. Auch das Urheberrecht ist zu beachten, weshalb die Teilnehmenden des Seminars auch zentrales urheberrechtliches Fachwissen erwerben: Erläutert wird die Entstehung von Urheber- und Leistungsschutzrechten, der Erwerb und der Verkauf von Nutzungsrechten (Lizenzen, Creative Commons), die Aufgaben von Verwertungsrechten und das hochaktuelle Zitatrecht. Die Teilnehmenden lernen, im Verwaltungsalltag Haftungsrisiken zu vermeiden und im Falle einer Abmahnung kompetent zu reagieren.

Methoden, Tools, Ausgestaltung
Impulsreferate, Arbeit in Kleingruppen und gemeinsame Analyse und Lösung typischer Fragestellungen. Anschaulich und unterhaltsam werden unzählige Praxisbeispiele erläutert.

Zielsetzung

Insgesamt vermittelt das Seminar Führungskräften der öffentlichen Hand sowie Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern mit Medienkontakt das zentrale Fachwissen für die selbständige Einschätzung und Lösung täglicher medienrechtlicher Fragestellungen sowie wertvolle praktische Hinweise für den souveränen Umgang mit den Medien. Methoden, Tools, Ausgestaltung: Impulsreferate, Arbeit in Kleingruppen und gemeinsame Analyse und Lösung typischer Fragestellungen. Anschaulich und unterhaltsam werden unzählige Praxisbeispiele erläutert.

Zielgruppe

Führungskräfte der öffentlichen Hand sowie Sachbearbeiter mit Medienkontakt

Seminarablauf

Themenüberblick, 1. und 2. Tag, je 09:30 - 17:00 Uhr

  • Was dürfen die Medien und was dürfen sie nicht?
    Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen, Haftung der Medien für unwahre Tatsachenbehauptungen, Was tun gegen die zulässige Verdachtsberichterstattung?
  • Auskunftsansprüche der Medien nach Landespressegesetz und nach Informationsfreiheitsgesetz, Umfang und Grenzen;
    Anspruch der Medien auf Interviews und O-Töne von Behördenleiter, Abteilungsleiter, Pressesprecher oder Sachbearbeiter? Interviewvertrag, Autorisierungsvorbehalt
  • Welche Chancen bietet das Presserecht?
    Unterlassung, Gegendarstellung, Widerruf, Geldentschädigung, Schadensersatz
  • Das Recht am eigenen Bild
    Abgrenzung zwischen Bildnis und Bild, Einwilligung, Widerruf der Einwilligung, praxisrelevante Beispiele
  • Urheberrecht
    Was ist ein urheberrechtlich geschütztes Werk? Urheberrechtliche Ansprüche und Nutzungsrechte, Der Lizenzvertrag: Exklusive oder einfache Rechte?, Freie Lizenzen, Die Verwertungsgesellschaften, Wie zitiert man richtig?
  • Rechtliche Aspekte beim Einsatz von Social Media
    Welche Internetpräsenz benötigt ein Impressum? Richtiger Umgang mit fremden Inhalten (User Generated Content) auf der eigenen Internetpräsenz, Urheberrechte, Nutzungsrechte, Creative Commons, Missbrauchsbutton, Notice & Takedown-Grundsatz, Datenschutz im Web 2.0, Post vom Anwalt? Was tun? Rechtslage, Handlungsoptionen und Vorgehensweise bei Abmahnungen
Referenten
Johanna  Onischke, ist Rechtsanwältin im Bereich Medienrecht. Ihr besonderes persönliches Interesse am Medienrecht entwickelte sich bereits früh während ihres Studiums durch Praktika in den Rechtsabteilungen des Verlagshauses Gruner+Jahr in Hamburg und des ZDF in Mainz. Während ihres Referendariats war sie mehrere Monate in der Rechtsabteilung des Verlagshauses M. DuMont Schauberg in Köln tätig. Nach sechsjähriger angestellter Tätigkeit in einer Bonner und einer Kölner Kanzlei machte sie sich im Jahr 2009 mit ihrer eigenen Kanzlei für Medienrecht selbständig. Zu ihren Mandanten zählen Rundfunk- und Fernsehveranstalter, Verlage, Werbeagenturen, Journalisten sowie Privatpersonen. Sie berät und vertritt aber auch zahlreiche Stadt- und Kreisverwaltungen und ist Dozentin für medienrechtliche Themen bei Unternehmen, Fortbildungseinrichtungen und Verbänden.
Termin und Ort
Ort:
Tagungshotel
Bonn


Zeitraum:
20.06.2018 09:30 Uhr - 21.06.2018 17:00 Uhr

Preis
950,- Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung


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